Michael Fischer

Das Gebiet um Heldritt ist geradezu klassische Keuperlandschaft; es war uralter Siedlungsboden, wie ein Maennergrab aus der juengeren Bronzezeit (1300 bis ca. 750 v. Chr.) - mit zahlreichen Grabbeigaben, die im Naturkundemuseum Coburg aufbewahrt werden - gefunden in der Ortsflur, beweist.Schwimmbad

  • Die durchschnittliche Hoehenlage des Ortes liegt bei 320 m. Die geographischen Koordinaten lauten: 50 Grad, 21 Minuten und 30 Sekunden noerdlicher Breite und 10 Grad, 48 Minuten und 30 Sekunden oestlicher Laenge.
  • 1234 wird das Dorf erstmals urkundlich erwaehnt. "Karolus de Helderit" tauscht ein Gut in Zilgendorf gegen je ein Gut zu "Mouder" (Meeder) und "Guberstatt" (Gauerstadt).
  • Die von Heldritt waren Vasallen der Grafen von Henneberg. In den folgenden Jahrhunderten machten die von Heldritt dutzendweise umfangreiche Zuwendungen an die Kloester Banz, Langheim, Veilsdorf, Rohr, Wechterswinkel, Sonnefeld, Trostadt, Vessra, Saalfeld und Muennerstadt. Sie stellten einen Weihbischof (Johannes 1414 in Bamberg), Domkapitulare, Domproepste und Abtissinnen.
  • Neben Heldritt (zwei Ansitze: Unter- und Oberschloss) hatten sie Ansitze in Harras, Bockstadt, Gossmannsrod, Brattendorf, Schwarzbach, Tannhausen, Waldsachsen, Einoed, Weimarschmieden, Gomperstshausen und Weissenbrunn.
  • Um 1340 hatte Heldritt bereits eine Schankstaette; es ist der heutige Gasthof "Zum Braunen Ross", Inhaber Herbert Fetzer.
  • 1474 baut man die erste Kirche als Filiale der Rodacher Pfarrei.
  • 1511 wird bereits die Heldritter Kirche selbstaendig unter dem Patronat Veits von Heldritt.
  • Im "Kasten Ambts Coburgk Erbbuch" von 1492 werden erstmals die abgabepflichtigen Bauern Heldritts namentlich genannt - schon damals gab es Hofmanns, Brueckners, Meusels und Hains.
  • Im Bauernkrieg 1525 schlossen sich die Heldritter nicht den Aufstaendigen an, obwohl in umittelbarer Naehe die Burg Strauf niedergebrannt wurde.
  • Seit 1528 hat Heldritt einen protestantischen Pfarrer.
  • 1571 erste erhaltene Dorfrechnung.
  • 1574 ist Moritz von Heldritt herzogl. Marschall; 1580 wird Veit von Heldritt als Rat und Hofmarschall zu Coburg genannt.
  • Die erste Dorfordnung wird 1582 beschlossen. 1626 und 1630 forderte die Pest auch in Heldritt zahlreiche Opfer. 1632 wueten kaiserliche und bayer. Soldaten im Coburger Land; in Heldritt wird fast jedes Haus zerstoert.
  • 1642 ist Heldritt ein zerstoertes, fast ausgestorbenes Dorf; die Flur ist zu zwei Drittel wuest. 
  • 1662 erwirbt Adam Koelbel von Geissing das Oberschloss; die Bewohner waren umgekommen.
  • 1671 werden der Heldritter Schaefer Paulus Ritz und die Schneidersfrau Margaretha Griebel wegen Hexerei und Hurerei in Coburg hingerichtet.Kirche
  • 1668 legt Pfr. Kreuchauff ein neues Kirchenburch an; das alte wurde waehrend des Krieges "im Pfarrhaus verbrennet".
  • Von 1703 - 1705 wird unter Pfarrer Koerber eine neue Kirche gebaut; seither werden fuer die Turmkapsel Aufzeichnungen gefertigt.
  • Mit Erdmann von Heldritt stirbt 1790 der letzte maennliche Spross des unteren Schlosses.
  • 1801 erwirbt die Gemeinde Heldritt von den sechs Toechtern Erdmanns von Heldritt das untere Schloss und den dazugehoerigen Grundbesitz um 17.000 Gulden; Felder und Wiesen werden groesstenteils an die Heldritter Bauern verkauft.
  • Zusammen mit Elsa schafft man bereits 1815 eine Feuerspritze an.
  • 1847/48 erfolgt ein grosser Umbau der Kirche; von Kleinigkeiten abgesehen, erhielt sie ihr heutiges Aussehen.
  • Durch Heirat des Kammerherrn Carl von Butler auf Wildprechtroda kommt 1831 das Oberschloss in Besitz der Familie von Butler, die es noch heute in 4. Generation inne hat.
  • 1861 wird der Turnverein (heute: TSV) Heldritt gegruendet.
  • 1877 gruendet Kantor Heinrich Sorge den Gesangverein Heldritt.
  • 1910/13 erfolgt die sog. Separation (veraltet fuer Flurbereinigung).
  • Seit 26. Februar 1923 brennt in Heldritt elektrisches Licht.
  • Bei der Volksabstimmung am 30. November 1919 sprachen sich 79 Heldritter gegen und 15 fuer einen Anschluss an den noch zu bildenden Staat Thueringen aus. Am 1. Juli 1920 wurde der politische Anschluss an Bayern endgueltig vollzogen.
  • Seit 1930 wird die Waldbuehne bespielt; in den letzten Jahren kamen bis zu 30.000 Besucher (Komoedie und Maerchen).
  • 1950 wird auf Initiative von Ferdinand Morgenroth der Heimatverein gegruendet, der seither die Waldbuehne betreut.
  • Seit 1978 ist Heldritt (730 Einwohner) nach Bad Rodach eingemeindet. Dorf
    Paul Guenther im November 2001

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